Es war ruhig auf meinem Blog. Nach einer Getriebepanne in den französischen Alpen bin ich für etwa 2,5 Monate wieder in meiner Heimat gewesen. Einige Termine und Festlichkeiten standen an. Außerdem habe ich mir einen kleinen Wegbegleiter zugelegt: Hündin Mara wird mich ab sofort auf meinen Reisen begleiten. Ein besseres Hundeleben gibt es wohl kaum. Die Zeit in Deutschland verging wie im Flug und wurde durch viele schöne Momente geprägt. Trotzdem wuchs in mir die Unruhe und ich fieberte meiner geplanten Abreise Ende September entgegen. Das ich diesen angepeilten Zeitpunkt tatsächlich nur knapp verfehlte hätte ich in der letzten Septemberwoche, als mir die spontane Idee kam mal eben schnell eine Standheizung ins Auto zu bauen… Es könnte ja auch mal kalt werden – unten im Süden…

Quer durch die Alpen

Am 01.10.2019 war es endlich soweit und ich verließ mit meinem Bulli die deutschen Straßen. Die erste Nacht verbrachte ich an einem kleinen Fluss direkt an der französischen Grenze im Elsass. Von dort aus ging es am nächsten Tag bei typischem Herbstwetter durch die Schweiz bis ich am frühen Abend einen netten Stellplatz mit Blick auf einen wunderschönen Bergsee am Rande der französischen Alpen erreichte. Von dort aus ging es nach einer kühlen Nacht weiter an einen nahe gelegenen See, an dessen Ufer ich erstmal etwas Frühsport machen konnte. Mir stellte sich die Frage ob es in diesen klaren Gebirgsseen überhaupt Karpfen gibt, ging der Frage aber nicht weiter nach da ich zu diesem Zeitpunkt wenig Intension zum fischen hatte. Ich wollte einfach durch schöne Landschaften fahren und anhalten wenn mir danach ist – einfach treiben lassen.

Weiter ging es durch die Französischen Alpen, nahe vorbei an jenem Ort, an dem meine Tour im Juli diesen Jahres ein abruptes Ende durch einen Getriebeschaden nahm. Ich fuhr durch wunderschöne Alpenpässe und machte an zwei langgezogenen, türkisfarbenen Stauseen halt, um diese aus der Vogelperspektive beim wandern zu bestaunen. Hündin Mara machte sich super und genoss die neue Freiheit auf dem Berg ausgiebig.

Erster Angelversuch

Nach der kurzen Bergbegehung konnte ich mich wie so oft mal wieder nicht mit dem zuerst gewählten Stellplatz zufrieden geben. Also startete ich nochmal den Motor und navigierte ans Ufer eines nahe gelegenen Sees. Als ich diesen erreichte, stellte ich fest das ich in dieser letztes Jahr schon einmal war, um mir einen anderen See mit Nachtangelzone gleich neben an, anzuschauen. Da es schon dämmerte, entschied ich mich den damals ausfindig gemachten Platz anzufahren und dort diesmal zu angeln. Ich manövrierte mein Auto direkt ans Seeufer und machte im dunkel werden nur zwei Ruten klar, die ich in eine kleine Bucht warf an der ich parkte. Wie von mir erwartet ging in diesem glasklaren See absolut nichts und es ging am nächsten Morgen direkt weiter. Das Wetter war mir ohnehin viel zu kalt in dieser Region, schließlich wollte ich in den warmen Süden.

Endlich im Süden

Richtung Süden ging es dann auch im Laufe des Tages und allmählich machte sich das angenehm mildere Klima bemerkbar. Entlang der Lavendelfelder, an denen ich es mir nicht nehmen ließ einige Zweige abzuschneiden, erreichte ich einen See am Fuße der Alpen, an dem ich mich am nächsten Tag mit Kumpel Christoph verabredet hatte. Er kam gerade von Korsika, wo ich eigentlich zu ihm stoßen wollte. Da die Fährpreise jedoch zu dieser Zeit so in die Höhe geschossen waren, planten wir um, um die letzte Urlaubswoche von Christoph gemeinsam zu fischen.

Viel Sonne, wenig Fisch

Sieben Tage verbrachten wir gemeinsam am See. Wir genossen das gute Wetter, machten Sport, gingen Baden, spielten mit den Hunden, kochten gutes Essen mit frisch gesammelten Kräutern die überall neben uns blühten und einen herrlichen Duft um uns verteilten. Wir hatten eine Gute Zeit ohne einen einzigen Karpfen zu fangen. Sofern die Krebse noch etwas vom Köder am Haar übrig ließen, fingen wir regelmäßig Döbel und ab und zu hakte sich auch mal eine gute Schleie.

Christophs Kumpel Julian stieß im laufe der Woche zu uns hinzu und leistete uns Gesellschaft. Zugegeben bei dem guten Essen und trinken, sowie den netten Unterhaltungen hätte ich auch wenig Lust verspürt mich irgendwo alleine am See nieder zu lassen, um mich mit dem Fang von Döbeln zu beschäftigen. 😉

Unerwartetes Ende

Als wir am sechsten Tag unerwarteten Besuch von Rangern bekamen, die uns sehr freundlich darauf hinwiesen, dass das „Campieren nicht gestattet sei, verkürzten wir unseren Angeltrip um eine Nacht. Gerade als wir anfangen wollten das Camp nieder zu reißen, meldete sich Christophs Rute. Leider schwamm sich der Fisch fest und wir konnten nur raten ob es sich dabei mal wieder um einen kapitalen Döbel oder doch einem Karpfen handelte…

Als wir am Abend endlich mit dem Zusammenpacken fertig waren, fuhren wir an einen Parkplatz am See, um dort die letzte Nacht ohne Ruten im Wasser in unseren Bullis zu verbringen.  Nach zwei bis drei Kaffee am Morgen verabschiedeten wir uns. Für mich war es Zeit weiter zu ziehen. Wohin wusste ich nicht. Ich wollte mich erstmal zurückziehen, etwas Zeit alleine verbringen ohne zu angeln. Schöne Orte tief in der Natur suchen, um dort etwas am Laptop zu schreiben. Bis hierhin habe ich noch keinen wirklichen „Angeldrive“ bekommen und aktuell mehr Spaß daran völlig ungebunden von Ort zu Ort zu fahren.

Mal sehen wie sich das noch entwickelt…

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