Sim Karte aus dem Automaten

Nachdem ich mich von Kumpel Starki verabschiedete hatte und meine Futtervorräte bei Sebastien wieder aufgefüllt waren, gab es noch eine Frage zu klären: Wie und wo kaufe ich eine französische Sim Karte, um mein Datenvolumen wieder aufzustocken.

Welche Karte ich brauchte, wusste ich schon nach einiger Recherche im Internet. Das Angebot was man hier erhält ist unglaublich und stellt keinen Vergleich zu deutschen Tarifen dar. 100GB Daten für 20€ im Monat. Ein paar Details wollte ich trotzdem geklärt haben, hierbei konnte mir Sebastien mal wieder helfen und übersetze mir genaue vertraglichen Details.

Als die Fragen also geklärt waren, suchte ich den nächst gelegenen “ Free-Mobile“ Automaten auf, an dem ich mir so eine französische Sim Karte kaufen konnte (ja, das geht hier einfach an einem Automaten). Der Ablauf ist wirklich simpel und nach etwa fünf Minuten hatte ich meine Sim Karte und ich konnte wieder surfen und navigieren.

Grillen am See

Da ich zu dieser Zeit in Kontakt mit den beiden Jungs Michael und Vitaly stand, mit denen ich schon eine Nacht an jenem See angelte an dem ich mich vor circa. 2 Wochen mit Alex getroffen habe, entschloss ich mich spontan für einen kurzen Besuch. Sie waren etwa eine Stunde von mir entfernt und wir planten einen gemütlichen Grillabend. Es sollte der letzte Abend für Vitaly sein, der am nächsten Tag wieder per Flieger von Toulouse nach Hause fliegen musste. Michael hatte noch knappe 3 Monate und nutze seine Studienauszeit für einen ausgedehnten Angeltrip im Süden.

Ich besorgte also den Einkauf für den Abend und kam gegen 17 Uhr bei den beiden an. Sie hatten am neuen See ordentlich Aktion und schon nach kurzer Zeit konnten sie mal wieder einen halbstarken Spiegler fangen. Leider waren die Größen der Fische eher unter dimensional dafür wurde es den beiden nicht langweilig.

Trotz des Regens der am Abend mal wieder Einsetzte, hatten wir einen geselligen Abend unter unseren Schirmen inklusive kleinem Spiegler für Vitaly. Wir planten für den nächsten Tag den zeitigen Aufbruch um Vitaly zum Flughafen zu bringen. Michael und ich wollten die nächsten Tage noch ein wenig zusammen fischen. An einem Gewässer an dem (hoffentlich) nicht so viel Andrang über die Osterzeit herrschte, wie es sich an den etwas bekannteren Seen hier im Umland andeutete.

Gewässersuche

Nachdem wir Vitaly am Flughafen abgeliefert hatten, stockten Michael und Ich noch etwas die Lebensmittelvorräte auf um für die kommenden Tage gerüstet zu sein. Einen genauen Plan wohin wir wollten hatten wir noch nicht, aber einige Gewässer in der Nähe hatte ich noch auf meiner „Liste“ die wir uns anschauen wollten.

Wir entschieden uns letztendlich für den aufwendigsten Weg und wollten ein mir noch unbekanntes Gewässer beangeln an dem wir mehrere Kilometer mit dem Boot übersetzen mussten. Auf meiner Tour im letzten Jahr wollte ich hier schon einmal angeln, verjährte das fischen aber aufgrund nicht passender Bedingungen.

Als wir den halben Nachmittag damit verbrachten unseren Tackle Wahnsinn in den Griff zu bekommen (was in diesem Fall für Michael schwieriger war als für mich, da er noch das gesamte Tackle von seinem Kumpel im Auto hatte), konnten wir nach einem umfangreichen „Beladechaos“ – etwa zwei Stunden später in den See stechen.

Es stellt immer wieder aufs Neue eine Herausforderung dar, vom „Vanlifemodus“ in den „Outdoormodus“ umzuswitchen. Mein Auto habe ich meist so gepackt das ich gut darin hausen kann ohne viel Angelzeug aus dem Weg zu räumen um im Innenraum etwas Platz zu haben. Aus diesem Grund sind die Sachen so verstaut das ich erst wieder mein ganzes Equipment auf den Kopf stellen muss, wenn es für mehrere Tage angeln geht ohne das Auto in der Nähe zu haben. 

Der „Übersetzer“

Mit einem schwimmenden „Tackleberg“ im Schlepp ging es Richtung favorisierte Stelle. Nach einer ausgiebigen Übersetzfahrt konnten wir beim Anfahren unserer anvisierten Stelle direkt 3 Karpfen sehen die sich Seelenruhig in der Sonne wärmten und sich wenig stören ließen. Einen besseren Beweis richtig zu sein gibt es nicht und wir waren zuversichtlich für die kommenden Tage. Vor uns lag ein großer Flachwasserbereich in dem das Wasser zwei Grad wärmer war als an unserem Startpunkt.

Nach kurzer Einigung wie wir die Ruten verteilen machte ich mich direkt ans auslegen und suchte mir weitläufig unterschiedliche Spots. Da wir nun schon wussten das sich die Fische in unserem Areal aufhielten musste nur noch herausgefunden werden wo sie fressen… 

Nach dem auslegen der Ruten setzen wir uns am Abend bei einem Glas Wein zur Ruhe und kochten ein gemeinsames Abendbrot um uns dann nach Mitternacht auf die Liegen zu hauen.

Zum Glück kein Wels

Mein Wecker am nächsten Morgen-es gibt keinen besseren, war der Dauerton einer meiner Ruten die ich vor einem großen Krautfeld platziert hatte. Ich stieg direkt ins Boot und fuhr dem Fisch entgegen. Durch meine geliebte Steinmontage befand sich der Fisch schon an der Oberfläche statt im Kraut. Schon von weitem erkannte ich das es sich um einen Karpfen handelte und nicht um einen Wels die hier wohl zahlreich vertreten sein sollten. Der Fisch lieferte so gut wie keine Gegenwehr und ich war schon etwas verwundert da ich direkt gesehen hab das ich hier einen Besseren gehakt habe. Ich fuhr dem Fisch also entgegen Netzte ihn ein und fuhr mit dem Koloss im Schlepp zurück zum Ufer. Michael bekam vom geschehenen nicht viel mit und schlief noch in aller Seelenruhe. Ich bereitete meine Fotoausrüstung vor um den Fisch schnell abzulichten. Da ich ohnehin geübt im Solofotografieren bin, ist mir das Fotografieren mit „Intervallometer“ und Stativ meist lieber, da ich hier genau nach meinen Ansprüchen fotografieren und die Kamera einstellen kann. Wenn etwas schiefläuft oder nicht gut aussieht kann ich nur mich selber vollmeckern.

Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr so viele Fische wiege konnte ich meinem Ego in diesem Falle nicht nachgeben und musste eine genaue Zahl sehen. Da Michael und ich am Abend noch scherzten das ich ihn ab 25kg wach machen darf, holte ich ihn auch mit diesem Spruch aus dem Schlaf. So richtig wusste er derweil noch nicht wie er es zu deuten hatte und kroch müde von seiner Liege umso verdutzter war er als er in die Matte blickte und sah das es kein Scherz war. 

Kurz darauf hatte ich die Bestätigung einen neuen PB gefangen zu haben – ein 25kg+ Fisch direkt am ersten Morgen an einem mir völlig unbekannten Gewässer, es könnte schlechter starten. 

Als der Fisch wieder seinen Weg ins Wasser gefunden hatte mussten wir beide das geschehene bei einem Kaffee nach „Michaels- Art“ sacken lassen. 

Stürmische Tage

Nach der überragenden Aktion am Morgen waren wir zuversichtlich für die nächsten Tage und fingen an einen gemeinsamen Futterplatz aufzubauen den wir vorerst nicht beangeln wollten. Grund hierfür war auch der aufgekommene Wind der das Angeln auf Distanzen über 200 Meter kaum noch möglich machte, da sich das Kraut auf unseren Schnüren verteilte und irgendwann einen solchen Druck auf die gesamte Länge erzeugte das unsere Ruten zum Teufel durchgebogen waren, es ganz langsam Schnur von der Rolle nahm und wir damit ein permanentes Piep Konzert  hatten. Meine Steinmontage verschob es allmählich in die Krautfelder, Michael hielt mit Bleien jenseits der 300 Gramm Klasse die Köder noch einigermaßen erfolgreich an ihren Plätzen.

Daher entschied ich mich alle Ruten in Ufernähe zu verteilen da ich hier noch etwas effektiver angeln konnte und die Fische im Notfall vom Ufer drillen konnte. In zwei Tagen sollte dann der Wind abflauen und wir konnten anfangen auf dem Futterplatz zu fischen.

Leider ließ uns- wie so häufig in letzter Zeit, der Wetterbericht im Stich und der Wind eher stärker. Die Fänge nahmen im Gegenzug nicht wirklich zu. Michael konnte in dem Wind einen Wels und einen schönen Spiegler fangen. Ein Wunder für mich, da ich zu dieser Zeit die Montagen schon irgendwo völlig versetzt vermutete.

Die Wassertemperatur nahm seit unserer Ankunft- durch den aufgekommenen- kalten Wind stetig ab und pendelte sich bei etwa 12 Grad ein. Solche Temperaturen Mitte April im Süden Frankreichs. Ein wenig anders habe ich mir das Frühjahr hier schon vorgestellt und immer häufiger wünschte ich mir etwas Sonne herbei.

Der Wind nahm die nächsten Tage nicht ab und die Prognose schob das abflauen dessen immer mehr in die Ferne. lediglich in den Abendstunden gab es ein kurzes „Ruten-auslege-Fenster“ indem wir die Möglichkeit hatten die Montagen sauber auszulegen. 

Flucht vor dem Wetter

Nach sechs Nächten ohne Sicht auf besseres Wetter traten wir den Rückzug an. Die stetig abfallende Wassertemperatur, der dauerhaft anhaltende Wind und natürlich die ausbleibenden Fischaktionen- waren allemal Grund dazu, irgendetwas zu ändern.

Ein wenig anders hatten wir uns die Session schon vorgestellt. Wäre das Wetter so schön wie bei unserer Ankunft geblieben hätte das eine permanent ansteigende Wassertemperatur zur Folge gehabt und wir es hätte hier vermutlich eine ganz andere Wendung eingenommen.

Da wir uns als Angler aber den Wetterbedingungen ausliefern bleibt nur die Möglichkeit die Angelei auf die vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen…so auch in diesem Fall. Wie es für uns weitergehen sollte wussten wir noch nicht, fest stand jedoch das wir die Nase vom Wind voll hatten und vorerst wieder getrennte Wege gehen wollten.

Ein Punkt der mir in vergangener Zeit immer wichtiger geworden ist, eine schöne Zeit miteinander zu haben aber nicht an diesen Momenten fest zu halten- Sich nicht voneinander abhängig machen genau wie das Glück von niemand anders abhängig zu machen. Seinen eigenen Weg zu gehen ist in allen Lebensbereichen vermutlich der bessere und führt auf lange Sicht zu weniger Konflikten. Auch wenn es häufig der schwierigere Weg ist, da das allein sein für viele eine absolute Horrorvorstellung ist und der heutigen Zeit nur allzu gern mit jeglichen Ablenkungen umgangen wird. Die Auseinandersetzung mit dem Selbst ist nicht immer ein angenehmer Aspekt ist… Dennoch für mich der einzige Weg um wirklich ins reine mit Sich und seiner Realität zu kommen.

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Liebe Grüße,
Daniel & Alex

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