Ein vertrautes Gewässer

Als Clemens und ich am vorher beangelten Gewässer das Tacklechaos in die Autos sortiert hatten, ging es zu aller erst die knapp gewordenen Lebensmittelvorräte auffüllen. Wir blieben weiter in der Region der „Midi- Pyrenees“ und fuhren an ein mir vertrautes Gewässer. Dort hatte ich im Frühjahr neben einigen erfolgreichen Sessions, auch meinen PB gefangen. Ich bildete mir ein, dass Gewässer schon etwas besser zu kennen und wollte dort mein Glück zur jetzigen Jahreszeit erneut versuchen.

In einer großen Flachwasserzone verteilten wir im dunkel werden unsere Ruten. Die Wassertemperatur war mit 14 Grad schon einige Grad kälter als im vorher beangelten See. Ich fragte mich ob wir den richtigen Platz gewählt hatten – vielleicht standen die Fische doch schon tiefer…

Ein bekannter Ton

Die erste Nacht verlief ohne Aktion, genau wie der folgende Tag. Keine springenden Fische im Areal, was meinen Optimismus nicht gerade stärkte. Ein mir mittlerweile schon bekannt gewordener Ton holte mich in der zweiten Nacht aus dem Schlaf: Der Dauerton aus Clemens Funkbox. Er kam mit einem Spiegler wieder, den ich dieses Jahr im Mai im selben Gewässerbereich gefangen hatte. Es schien so, als wäre dieser Fisch Standorttreu und vermutlich einer der wenigen Fische, die jetzt noch im Flachwassergebiet nach Nahrung suchten. Es blieb bei diesem einen Fisch. Nach der dritten Nacht schlug ich aus einer Laune heraus vor, dass Gewässer zu wechseln. Clemens ließ sich nicht lange bitten. Mein Gefühl sagte mir, dass wir nicht richtig saßen also verluden wir kurze Zeit später wieder mal unsere Autos.

Spontaner Gewässerwechsel

Ein kleines, unscheinbares Gewässer am Fuße der Pyrenäen lag am Nachmittag friedlich vor uns und begrüßte uns direkt mit zwei springenden Karpfen auf der anderen Uferseite.

Mein Freund Sebastien, der ganz in der Nähe wohnt, war schon vor Ort um Hallo zu sagen. Mit im Gepäck: Mein „neues“ – gebrauchtes Echolot, welches ich mir aus Deutschland zu ihm bestellt hatte und kurz vorher ankam. Mein teures HDS 7 hatte vor etwa einer Woche den Dienst quittiert und ich brauchte dringend Ersatz. 

(Falls jemand einen Echolotreperaturservice kennt oder selbst in der Lage ist solche Geräte zu reparieren, wäre ich für jede Meldung dankbar).

Der erste bessere

Wir fühlten uns wohl an diesem überschaubaren, ruhigen Fleckchen und waren uns sicher einige Fische fangen zu können – schließlich ist der See nicht sonderlich groß und wir konnten mit 8 Ruten ordentlich Fläche ab angeln.

Als ich nach der zweiten Nacht ohne Aktion eine meiner Ruten taktisch anders legte, konnte ich am dritten Tag meinen ersten „vernünftigen“ Fisch der aktuellen Tour auf die Matte legen. Durch die große Distanz auf die ich die Rute ablegte, kam außer drei Piepsern nichts an unserem Ufer an. Trotzdem entschied ich mich eine viertel Stunde später die Montage zu kontrollieren. Kurze Zeit später saß ich mit gekrümmter Rute im Boot. Was ein Glück das der Fisch noch am Haken hing, er war nur einige Meter auf uns zu geschwommen und wartete dann förmlich am Grund auf mich. Ein schön gefärbter Spiegler war das Resultat.

Vorbei mit der Ruhe

Als sich am Abend vier französische Karpfenangler neben uns aufteilten und uns dadurch ordentlich einkesselten, entschlossen wir am nächsten Tag den Rückzug zu machen.

Es war Freitag der 1. November: Einige andere Angler, die uns während des Zusammenpackens an diesem Morgen über den Weg liefen, ließen die vorher so ruhig geglaubte Atmosphäre schnell verfliegen. Sie klärten uns auf, dass der Tag ein internationaler Feiertag sei und daher viele Franzosen und Spanier die nahegelegenen Gewässer aufsuchten, um das verlängerte Wochenende am Wasser zu verbringen.

Entspanntere Lage am neuen See

Ich hoffte, dass am nächsten anvisierten Gewässer die Lage etwas entspannter aussah. Ein größerer See den Clemens und ich uns vor circa drei Wochen kurz nach unserer Zusammenkunft angesehen hatten, aber vorerst unbeangelt zurückließen. Am Nachmittag erreichten wir die Slipstelle und waren überrascht wie wenig Angler sich am See aufhielten. Wir packten unsere Boote und stießen in ein neues Abenteuer…

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